Häufige Fragen

Welche Projekte reizen Sie besonders?

Besonders spannend finde ich technisch geprägte Projekte mit anspruchsvollen Produkten, vielen Schnittstellen oder komplexen organisatorischen Rahmenbedingungen.

Viele Jahre war ich im Maschinen- und Anlagenbau tätig – insbesondere im Kunststoffmaschinenbau sowie in der Druckgieß- und Gießereitechnik. Faszinierend ist dabei für mich bis heute die Vielfalt spezialisierter Anwendungen und Nischentechnologien.

Gleichzeitig reizt mich immer wieder der Einstieg in neue Themenfelder und Branchen – beispielsweise Energie, Infrastruktur, Automatisierung oder Robotik.

Gerade in technisch anspruchsvollen Umfeldern ist es oft entscheidend, sich schnell in Prozesse, Produkte und Organisationsstrukturen hineinzudenken und unterschiedliche Beteiligte zusammenzubringen.

Sie haben auch in Projekten der Deutschen Bahn und von DB InfraGO gearbeitet. Was hat Sie an diesem Umfeld besonders gereizt?

Projekte im Umfeld der Deutschen Bahn und von DB InfraGO gehören aus meiner Sicht zu den technisch und organisatorisch anspruchsvollsten Projektumgebungen überhaupt. Viele Außenstehende unterschätzen, wie komplex diese Systeme tatsächlich sind.

Die enge Vernetzung unterschiedlichster technischer Komponenten, hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Betriebssicherheit sowie notwendige Redundanzen führen zu einer enormen Systemkomplexität. Gleichzeitig müssen bestehende Infrastrukturen häufig über mehrere Technikgenerationen hinweg weiterbetrieben und modernisiert werden.

Hinzu kommt der organisatorische Druck: Modernisierung und Digitalisierung erfolgen oft im laufenden Betrieb – mit zahlreichen Beteiligten, engen Abstimmungsfenstern und sicherheitsrelevanten Rahmenbedingungen.

Genau diese Verbindung aus Technik, Organisation und operativer Realität macht Infrastrukturprojekte für mich besonders interessant. Wer einmal tiefer Einblick in solche Systeme erhalten hat, entwickelt großen Respekt vor deren Komplexität und Leistungsfähigkeit.

Sie verfügen auch über Erfahrung im Pharma- und GMP-Umfeld?

Ja, ich habe über mehrere Jahre hinweg verschiedene Projekte im Pharma- und GMP-Umfeld als Projektleiter begleitet – darunter Kundenprojekte ebenso wie ein größeres Entwicklungsprojekt im Bereich Bio-Pharma mit Upstream- und Downstream-Prozessen.

Besonders interessant finde ich an diesem Umfeld die Verbindung aus technischer Komplexität, regulatorischen Anforderungen und der Notwendigkeit, Projekte konsequent nachvollziehbar und transparent zu organisieren.

Wenn man einmal intensiver mit GxP-Logik gearbeitet hat, erkennt man schnell, wie wirkungsvoll diese Denkweise für die Projektsteuerung sein kann. Der Grundsatz „Was nicht dokumentiert wurde, wurde nicht gemacht“ wirkt zunächst streng, schafft aber enorme Klarheit bei Verantwortlichkeiten, Entscheidungen und Projektabläufen.

Hinzu kommt das ausgeprägte Vier-Augen-Prinzip, das viele Prozesse automatisch strukturierter und belastbarer macht. Gerade in komplexen Projekten mit vielen Beteiligten reduziert das spätere Missverständnisse und Diskussionen erheblich.

Ein gewisses Maß dieser Denkweise würde auch vielen Projekten außerhalb regulierter Branchen guttun. In technischen Projekten wird noch immer vieles „auf Zuruf“ entschieden oder umgesetzt. Spätestens bei Terminverzug, Änderungen oder Nachträgen entstehen dann häufig Diskussionen darüber, was tatsächlich vereinbart oder entschieden wurde.

Deshalb achte ich auch außerhalb des Pharmaumfelds auf eine saubere und nachvollziehbare Projektdokumentation – nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für Transparenz, Verbindlichkeit und belastbare Projektsteuerung.

Wie gehen Sie mit kritischen Projektsituationen oder Konflikten im Projektumfeld um?

Ich habe schon früh festgestellt, dass die meisten Probleme in Projekten weniger durch Technik entstehen als durch unklare, verspätete oder missverständliche Kommunikation. Gerade in kritischen Projektphasen entwickeln sich Schwierigkeiten oft schleichend – bis Termine, Verantwortlichkeiten oder Erwartungen irgendwann auseinanderlaufen.

Aus diesem Grund habe ich mich bereits vor vielen Jahren intensiv mit Kommunikationstechniken beschäftigt und unter anderem eine Ausbildung in Wirtschaftsmediation absolviert. Das war für mich ein wichtiger Ausgangspunkt, um Konflikt- und Gesprächsdynamiken besser zu verstehen und strukturierter mit schwierigen Situationen umzugehen.

Diese Erfahrungen habe ich später kontinuierlich weiterentwickelt – insbesondere auch im internationalen Projektumfeld. Dort spielen kulturelle Unterschiede in Kommunikation, Entscheidungsfindung und Hierarchieverständnis oft eine größere Rolle, als vielen Beteiligten zunächst bewusst ist.

Heute halte ich gute Kommunikation für wichtiger denn je. Viele Abstimmungen erfolgen fast ausschließlich über E-Mail, Chats oder Ticketsysteme. Für operative Themen ist das häufig ausreichend – zur Lösung kritischer Projektsituationen dagegen meist nicht.

Schwierige Themen lassen sich oft nur im direkten Gespräch wirklich klären: mit Rückfragen, offenem Austausch und dem gemeinsamen Verständnis für die eigentlichen Interessen und Probleme hinter einer Situation.

Mein Ziel ist dabei nicht, Konflikte „wegzumoderieren“, sondern tragfähige und belastbare Lösungen zu schaffen, die von den Beteiligten akzeptiert und im Projektalltag tatsächlich mitgetragen werden.

Wie gehen Sie typischerweise an neue Projekte oder kritische Projektsituationen heran?

Das hängt natürlich immer auch von der konkreten Aufgabenstellung und der gemeinsam mit dem Auftraggeber vereinbarten Vorgehensweise ab. Grundsätzlich verstehe ich mich jedoch als stark umsetzungsorientiert – allerdings ohne in Aktionismus zu verfallen.

Wenn ich in ein neues Projekt oder Mandat einsteige, versuche ich mir zunächst ein realistisches Bild der Situation zu verschaffen: Wo liegen aktuell die größten Risiken? Welche Themen brennen tatsächlich? Wo bestehen Unklarheiten, Reibungsverluste oder fehlende Verantwortlichkeiten?

Gemeinsam mit den relevanten Stakeholdern werden dann zunächst die dringendsten Handlungsbedarfe priorisiert und pragmatische Lösungen entwickelt, um kritische Situationen zu stabilisieren und wieder Transparenz sowie Steuerbarkeit herzustellen.

Gleichzeitig interessiert mich aber immer auch die strukturelle Seite eines Problems. Viele Schwierigkeiten entstehen nicht zufällig, sondern durch unklare Abläufe, fehlende Prozesse, unzureichende Kommunikation oder gewachsene organisatorische Schwächen.

Deshalb versuche ich nicht nur kurzfristig „Feuer zu löschen“, sondern auch zu hinterfragen, welche Abläufe oder Rahmenbedingungen sinnvoll angepasst werden sollten, um ähnliche Probleme künftig zu vermeiden.

Mein Schwerpunkt liegt dabei klar auf der operativen Projektumsetzung – ohne notwendige strukturelle Verbesserungen aus dem Blick zu verlieren.